Bei -10 °C in die Lüneburger Heide

An einem dunklen, bitterkalten Donnerstag Abend im Januar diesen Jahres kam ich auf den Gedanken, dass es doch eine gute Idee wäre, mir für den nächsten Tag (meinem freien Tag) den Wecker auf 6 Uhr früh zu stellen und zum Sonnenaufgang in die Lüneburger Heide zu fahren. Die Wettervorhersage war gut, strahlender Sonnenschein, kein Wölkchen, klare Luft. Mega!
Bei -10 °C.
Nicht mehr ganz so mega.
Das Verrückteste an der Sache war allerdings, dass ich, als der Wecker klingelte, tatsächlich aufgestanden bin. Ich habe ungefähr alles angezogen, was mein Kleiderschrank zu bieten hatte und bin bei Eiseskälte in noch völliger Dunkelheit losgefahren.
Und, ich muss nun spoilern, es war so unfassbar schön.

Obwohl ich nun schon viele Jahre in Hamburg lebe, bin ich zuvor noch nie in der Lüneburger Heide gewesen. Nicht mal bei gemäßigten Temperaturen. Nicht mal zur Heideblüte. Ich wusste nicht, dass es dieses riesige autofreie Gebiet gibt und wie traumhaft es dort ist. Ich wanderte hinein, als die Dämmerung einsetzte. Ich war vollkommen allein. Und wie selten es ist, dass ich einfach einmal stehen bleiben kann, um zu lauschen, und um nichts zu hören. Vollkommene Ruhe. Ich bin noch heute ganz begeistert von diesem Morgen und dem Moment, als sich die Sonne langsam über den Horizont schob, die gefrorenen Gräser und Büsche in warmes Licht tauchte und sie doch nicht wärmen konnte. Und ich hätte noch ewig dort bleiben können, wenn nicht irgendwann auch meine Fingerspitzen und meine Nase etwas Wärme hätten gebrauchen können.

Ich hoffe, dass meine Fotos ein bisschen von der Schönheit von diesem Morgen vermitteln können:

Wasserscherben

… und erstes Sonnenlicht auf gefrorenem Heidekraut.

Und schließlich tauchten doch noch vereinzelnd Menschen auf.  

Auf Wiedersehen Märchenwelt, bis zum nächsten Mal!

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